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Tollwut bei Katzen
Bei Tollwut handelt es sich um eine
Viruserkrankung, die sowohl bei verschiedenen Tierarten als auch beim Menschen
auftreten kann. Tollwut kommt nur bei warmblütigen Tieren vor. In den meisten
Fällen sind Säugetiere betroffen, davon hauptsächlich Fleischfresser, manchmal
auch Nagetiere oder Kaninchen. Vögel können ebenfalls von der Tollwut befallen
werden, allerdings sind sie aufgrund ihrer höheren Bluttemperatur weniger
anfällig für den Virus als Säugetiere. Häufigste Überträger der Krankheit sind
Füchse oder in manchen Gegenden auch streunende Hunde. Fledermäuse, vor allem
Vampirfledermäuse, können die Krankheit ebenfalls übertragen.
Tollwut wird
im Fachjargon auch "Rabies" genannt, da dies der lateinische Ausdruck ist. Eine
weitere umgangssprachliche Bezeichnung ist "Wutkrankheit", was ebenso wie der
Begriff "Tollwut" auf ein typisches Symptom der Krankheit zurückgeht. Die
Tollwuterreger lösen normalerweise eine Gehirnentzündung, eine Encephalitis aus.
Unbehandelt führt die Krankheit nach Ausbruch fast immer innerhalb kurzer Zeit
zum Tode. In wenigen Ausnahmefällen hat der Patient überlebt, allerdings schwere
Gehirnschäden erlitten.
Die Übertragung der Krankheit erfolgt über den
Speichel, in dem die Viren vorhanden sind. Die Konzentration ist für eine
Tröpfcheninfektion allerdings zu gering. Erst, wenn der infizierte Speichel über
eine Wunde in den Blutkreislauf gelangt, kann eine Infektion stattfinden. In
vielen Fällen geschieht dies über einen Biss, da erkrankte Tiere meist aggressiv
werden und zu Beißattacken neigen. Aber auch vorher vorhandene kleinere
Hautverletzungen können bei einem Kontakt mit infiziertem Speichel den Viren als
Eintrittspforte dienen.
Der Ausbruch der Krankheit erfolgt bei Tieren nach
zwei bis acht Wochen. Bei Menschen ist die Inkubationszeit, das heißt die Zeit
zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, länger, sie kann sogar bis zu
zwei Jahre betragen.
Die Symptome der Krankheit sind teilweise abhängig
von der betroffenen Spezies. Während beim Menschen zunächst als Frühsymptom oft
Schmerzen im Bereich der Infektionsstelle gefolgt von Empfindungsstörungen
auftreten, äußert sich die Krankheit bei Tieren zunächst meist in
Wesensänderungen. Vor allem bei Rindern kann sich die Tollwut auch in
Magen-Darm-Problemen zeigen. Bei typischen Verläufen treten, durch die
Gehirnentzündung bedingt, fast immer Verhaltensänderungen auf. Dazu gehören
Aggressivität, Erregung, ein gesteigerter Geschlechtstrieb, gesteigerte
Lautäußerungen wie Bellen, Miauen, Blöken etcetera sowie bei Wildtieren ein
Verlust der Scheu vor Menschen. Die Aggressivität kann sich zu Wutanfällen und
Beißattacken steigern ("rasende Wut"), die auch durch kleinste Umweltreize wie
Lichteinfall oder ein Geräusch hervorgerufen werden können. Typisch ist auch
Angst vor Wasser (Hydrophobie). Bei einer stillen Form kann es statt zu
Wutanfällen und Raserei auch zur Zurückgezogenheit und Apathie kommen. In einem
späteren Stadium treten Lähmungen vor allem im Rachenbereich auf. Dies führt zum
Sprachverlust, beziehungsweise heiserem Bellen, Grunzen u.s.w., vor allem aber
auch zu Schluckbeschwerden und einem vermehrten Speichelfluss. Daher der
typische "Schaum vorm Maul". Auch im Bereich der Hinterbeine treten im
Endstadium Lähmungen auf.
Tollwut ist bisher nicht heilbar. Es gibt aber
eine Impfung, die einen Ausbruch der Symtome verhindern und auch nach der
Ansteckung noch erfolgen kann, solange noch keine Symptome aufgetreten sind.
Impfungen von Haustieren sind in Deutschland vorgeschrieben, bei Wildtiere
erfolgt die Immunisierung durch Schluckimpfungen.
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